Wenn der deutsche Titel passt: Margos Spuren

YOU WILL GO TO THE PAPER TOWNS AND YOU WILL NEVER COME BACK 
(Paper Towns, S. 149)


Eine "Paper Town" ist ein fiktiver Ort, der z.B. auf Karten eingefügt wird, um diese urheberrechtlich zu schützen.

John Green ist denke ich ein Meister, wenn es darum geht humorvoll, anrührend, vor allem aber ansprechend zu schreiben. Mal ist "Paper Towns" nachdenklich, dann traurig und irgendwie wird doch das meiste in einem charmanten, witzigen Ton gehalten. Da beherrscht jemand sein Werk, ganz ohne Zweifel.
Es macht einfach unbeschreiblich Süß zu lesen, wie detailverliebt Green mit seinen Charakteren ist. Da ist Quentin, Q, unsterblich in die mysteriöse Margo verliebt. Q ist etwas nerdig, intelligent und als Protagonist ein Sympathieträger. Seine Freunde sind Radar, dessen Lebensziel Omnictionary ist (Wikipedia ähnliche Seite) und nebenbei noch ein ziemlich intelligentes Bürschchen, und Ben, manchmal etwas auf sich selbst bezogen, aber insgeheim kein schlechter Freund. Quentin hat eine unerfüllte Liebe, Radar Eltern mit der größten "Black Santa" Sammlung weltweit und Ben hat RHAPAW.

RHAPAW was a fifteen-year-old Buick that had been driven with impunity  by all three of Ben's older siblings and was, by the time it reached Ben, composed primarily out of duct type and spackle. Her full name was  Rode Hard And Put Away Wet, but we called her RHAPAW for short. RHAPAW ran not on gasoline but on the inexhaustible fuel of human hope. You would sit on the blisteringly hot vinyl seat and hope she would start [...]. And then you would hope harder, and the engine would turn over a couple more times. You hoped some more, and it would finally catch. (Paper Towns, S. 90)

Margo dagegen ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Mysterium. In der Schule ist sie beliebt, Zuhause wird sie von den Eltern kaum beachtet. Alles was sie macht und wie sie auftritt hat irgendwie Stil. Das sie ein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit hat, kann nicht bestritten werden. Allerdings kommt es auch immer auf die Hintergründe an.
Q und Margo waren mal Freunde, jedoch haben sich die beiden wie es so ist entfremdet. Erst kurz vor Margos Verschwinden kommen sich die beiden wieder näher. Nach und nach beginnt Quentin Margo wieder besser zu verstehen, denn diese hat ihre Spuren scheinbar überall hinterlassen.

Margo was not a miracle. She was not an adventure. She was no fine and precious thing. She was a girl. (Paper Towns, S. 199)

Besonders schön waren die Bezüge auf Whitmans "Leaves of Grass", die Green immer wieder aufgreift und dem ganzen eine tiefgründige und einfühlsame Note geben. Die Geschichte an sich liest sich sehr rasch, packt, ist spannend und rundherum einfach lesenswert. Greens Bücher sind einfach empfehlenswert und auch  mit "Paper Towns" wird man auf jeden Fall seine Freude haben und immer wieder einen Lacher geliefert bekommen.

Kommentare:

  1. Hi :-)
    Großartige Rezension!
    Ich mochte das Buch sehr gerne, vor allem diese Mischung aus Witz und Ernst, die oft im selben Moment zusammenkamen. Von den "paper towns" wusste ich vor dem Buch noch gar nichts und fand es sehr interessant, darüber zu lesen. Quentin war so klasse :D Übrigens finde ich deine Postgestaltung mit den Bildern zwischen dem Text wirklich gut!

    Liebe Grüße :-)

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    1. Danke! Ja, John Green bekommt die Mischung immer sehr gut zustande. Mir war der Begiff auch gänzlich unbekannt, aber es ist immer wieder schon Wissen aus Büchern mitzunehmen. Solche "Paper Towns" sind an sich eine ganz interessante Sache :)

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  2. Ich muss zugeben, dass ich Paper Towns von John Greens Büchern am schwächsten finde. Bei seinem Standard heißt das natürlich, dass es immer noch ein hervorragendes Buch ist ;D Aber ich konnte mir Margo nicht so viel anfangen und Q ist auch ein wenig blass. Dafür fand ich seine Kumpels richtig cool und lustig, v.a. als sie dann ihren Roadtrip beginnen :)

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    1. Mit dem hervorragenden Standard hast du es gut ausgedrückt! Mir hat das Buch von allen, bis auf "Looking for Alaska" (Habe ich noch nicht gelesen), auch am "wenigsten gefallen", aber volle Punktzahl verdient es dennoch, weil ich einfach Stil, Story und Charaktere so toll finde. Margo fand ich eher unsympathisch, allerdings vom charakterlichen her ziemlich authentisch. Zu seinen Freunden brauche ich nichts zu sagen :D Die sind einfach spitze! Am liebsten mochte ich die Stelle, als sie zum ersten mal tanken waren und die in der sie diesen Energy Drink tranken xDD

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    2. Ich glaube für meinen Geschmack hat sich das Buch im ersten Teil auch ein wenig zu sehr gezogen. Der Roadtrip hätte gern schon früher stattfinden können.
      Hahahaha, das sind auch meine Lieblingsszenen xD

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    3. Ich fands aber so süß, wie sehr sich Q angestrengt hat aus Margos "Hinweisen" was rauszulesen :D Früher, oder vielleicht auch ein bisschen länger xDD

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    4. Ich glaube mir war das zu abstrakt. Also ich hatte das Gefühl nicht selbst miträtseln zu können, deshalb hab ich mich da ein bisschen gelangweilt :P

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