ain't nothin' easy about it


Known among locals as the daughter of a brothel prostitute, Josie wants more out of life than the Big Easy has to offer. She devises a plan to get out, but a mysterious death in the Quarter leaves Josie tangled in a police investigation that will challenge her allegiance to her mother, her conscience, and Willie Woodley, the brusque madam on Conti Street. Josie is caught between the dream of an elite college and a clandestine underworld. New Orleans lures her in a quest for truth, dangling temptation at every turn, and escalating to the ultimate test. via

Josie Moraine hat es nicht leicht. Der Ruf ihrer Mutter, die als Prostituierte in Willie Woodleys Bordell arbeitet, scheint sie wie ein Fluch zu verfolgen. Bereits als kleines Mädchen musste sie lernen für sich selbst zu Sorgen, denn Mutter Louise lacht sich lieber den Gangster Cincinnati an, als sich um ihre Tochter zu kümmern. So etwas wie eine Elternfigur findet Josie nur in der robusten Willie  und Charlie, einem Buchhändler, der ihr ein Dach über den Kopf gibt und mit dessen Sohn Patrick sie seine Buchhandlung führt. Josie will nichts lieber als weg. Weg aus New Orleans, weg von ihrer Mutter und ein neues Leben beginnen. Doch so einfach ist das nicht. Vor allem, wenn man auch noch in einen Mordfall verwickelt wird.


New Orleans, 1950

New Orleans als Handlungsort der Geschichte, war für mich - unter anderem - ausschlaggebend für den Kauf des Buches, und Ruta Sepetys, hat gut daran gewählt. Beim Lesen hat man immer einen kulturell vielfältigen Ort vor sich, die schillernd tapezierte Welt der Uptown Gesellschaft im Kontrast zur städtischen Unterwelt.
Wieso will da Josie ausgerechnet aus dem Big Easy raus?
Call this place 'The Big Easy', shoot, ain't nothin' easy about it, meint Cokie, ein guter Freund Josies, dazu. Und Recht hat er. Was soll Josie in dieser Stadt, in der sie jeder nur als Tochter einer Prostituierten kennt? Sie will diesen Ruf los werden und endgültig auf eigenen Beinen stehen. 
Gerade deshalb war New Orleans als Setting eine gute Wahl. So faszinierend eine Stadt auch sein kann, selbst wenn hinter jeder Straßenecke ein Abenteuer warten könnte, solange man sich nicht von der unangenehmen Vergangenheit losreißen kann, nützt einem das alles nichts. Ein bisschen enttäuschend fand ich aber die Tatsache, dass man von anderen gesellschaftlichen Problemen nicht sooo viel mitbekommt. Zeit und Ort der Handlung hätten da immerhin einiges hergegeben.


Nichtsdestotrotz punktet Out of the Easy neben dem Setting vor allem mit Protagonistin Josie. Obwohl sie sich so sehr wünscht die Stadt hinter sich zu lassen, kann sie nicht einfach von einem Moment auf den anderen aufbrechen, ohne Geld, das sie zum studieren bräuchte. Josie arbeitet hart und ist bereits seit sie klein ist auf sich allein gestellt. Ihre Mutter war nie eine große Hilfe, handelte eher ein bisschen selbstsüchtig, als sich um ihre Tochter zu kümmern. 
Das Leben spielt ihr nicht unbedingt in die Hand, dennoch kann sie wunderbar mit ihrer Situation umzugehen und weiß Enttäuschungen zu ertragen. Sie hat einen tolle, starken, selbstbewussten Charakter. Man leidet oder freut sich mit ihr, hofft sie möge sich ihre Träume erfüllen zu können und wünscht öfters auf eine gleichsam sympathische Wegbegleiterin zu stoßen. Besonders wegen ihrer Liebe zu Literatur und  ihrer Intelligenz, schloss ich sie schnell ins Herz. In welcher Gesellschaft, als in der eines Buchliebhabers, könnte sich ein Bücherwurm wohler fühlen?
Natürlich hat das Buch noch viele weitere liebenswerte, manchmal ebenso weniger liebenswerte, allerdings authentische Persönlichkeiten zu bieten. Am beeindruckendsten unter ihnen Willie, die toughe Bordellinhaberin mit harter Schale, aber weichem Kern. Ihre etwas ruppige Art, die ein kleines bisschen ihr Markenzeichen darstellt, hat mir so gut gefallen. Will sie auch nicht den Anschein erwecken - Willie ist einfach ein guter Mensch.

Kleiner Hinweis zum Schluss: Der Mordfall spielt im Grunde genommen keine allzu große Rolle, die Spannung eines Krimis wird jedoch nicht gebraucht. Out of the Easy ist auch ohne absolut mitreißend und lesenswert.

Kommentare:

  1. Wow, das hört sich riiiiichtig interessant an, das werde ich mir mal genauer anschauen. :)
    Liebste Grüße
    potpourrioftulips.blogspot.de ♥

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  2. Das Buch steht schon soo lange bei mir auf dem Merkzettel! Ich weiß gar nicht warum ich mich nicht dazu durchringen kann, es endlich zu kaufen. Aber das englische Cover sieht auch so schön aus, da muss ich erst einmal wieder überlegen, welche Ausgabe ich mir hole : D

    Liebe Grüße,
    Karin

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    1. Das kommt mir bekannt vor. Meine merkliste ist ellenlang und voll mit Büchern, die ich eigentlich schon ewig lesen will :D Es gibt wirklich schöne Cover dazu, aber ich kann dir diese Ausgabe nur empfehlen - die hat nämlich so einen schönen rauen Seitenschnitt.

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  3. Wah, so toll, dass es dir so gut gefallen hat. Ich war ziemlich hingerissen von dem Buch, mir hat die Kombination aus Ort, Figur, Thematik, Zukunftsträumen etc. auch so super gut gefallen, besonders einige Nebencharaktere habe ich auch richtig ins Herz geschlossen. Wäre eigentlich mal wieder Zeit für einen Reread :D Oder ihr nächstes Buch, aber das kommt ja leider erst nächstes Jahr :/

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    1. Was Nebencharaktere betrifft, fand ich es von Jesse immer so süß, als er Josie mit "Motor City" anspricht :D Auf ihr nächstes Buch bin ich schon sehr gespannt, aber vorher muss ich noch "Between Shades of Gray" lesen!

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  4. Ich muss ja zu meiner Schande gestehen, dass ich kaum mehr weiß, was im Buch passiert, nur ein paar grobe Eckdaten und vage Details sind noch da. (Die Mordgeschichte hatte ich ja auch vollkommen verdrängt.) Was ich aber noch weiß, ist, dass ich das Buch sehr mochte, auch ein bisschen mehr als "Between Shades of Grey". Freue mich deshalb auch schon sehr auf ihr neues Buch - eigentlich warte ich schon gespannt darauf, seit sie 2013 mal davon erzählt hatte. Wird Zeit, dass die Warterei ein Ende findet. :D

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    1. Eigentlich dachte ich, dass die Geschichte um den Mord eine größere Rolle spielt, aber der war schließlich doch nicht so wichtig.
      Oh je, ich hasse es so lange auf Bücher zu warten. Besonders "The Raven King" und "Lair of Dream" will ich endlich lesen xD Die Zeit bis zur Erscheinung, kann ich damit überbrücken "Between Shades of Gray" zu lesen, das steht sowieso schon im Regal. :D

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    2. Ich bin auch immer sehr unerfreut über die Warterei. Eigentlich fällt es mir leichter, je mehr Zeit vergeht, aber wenn Bücher dann mal wieder verschoben werden, ist das dann doch wieder sehr ärgerlich. xD War bei "Winter" von Marissa Meyer ja auch so, dabei hätte es vor Monaten schon erscheinen können. :( "The Raven King" und "Lair of Dreams" hatte ja das gleiche Schicksal ereilt, auch wenn da wirklich mehr Zeit benötigt wurde. Da kann mensch ja niemandem böse sein.
      Viel Spaß mit BSOF dann! :D Wobei, Spaß ist bei der Thematik ja auch eher relativ.

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    3. Stimmt, an "Winter" habe ich überhaupt nicht mehr gedacht. Das Erscheinungsdatum bleibt da aber glaube/hoffe ich bei November. :D
      Danke! Das ist immer so blöd zum formulieren. Wenn man bei Büchern mit einer solchen Thematik sagt, dass man es richtig gut fand, kann man schnell mal ein paar schräge Blicke einfangen, obwohl es ja eigentlich eher im Sinne von "die Thematik wurde wunderbar umgesetzt" gemeint ist.

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    4. Ich glaube, da müsste sie schon noch ein weiteres Prequel einschieben, und die Chancen schätze ich als eher gering ein. :D (Hoffentlich ...)
      Jap! Zum Glück lässt sich das ja schnell klären ... bzw. verstehen wir uns untereinander dann ja ohnehin. xD

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