blue lily, lily blue

"Queens and kings
Kings and queens
Blue lily, lily blue
Crowns and birds
Swords and things
Blue lily, lily blue"
(Blue Lily, Lily Blue, S. 6-7)


Wo soll ich denn nur anfangen? Nachdem mir "The Raven Boys" so unglaublich gut gefallen hat und ich die Fortsetzung "The Dream Thieves" sogar noch besser fand, sehe ich mich bei "Blue Lily, Lily Blue" mit dem gleichen Problem konfrontiert, das mir auch bei den "Lunar Chronicles" über den Weg lief. "Cinder" war gut, "Scarlet" war besser und "Cress" war ebenfalls gut, aber eben nur das und nicht noch besser.
Eher ein kleiner Schritt rückwärts. Fast ein bisschen so, als hätte die Autorin etwas den Bezug zu ihrer Geschichte verloren. Nicht einmal den Stil, oder die Atmosphäre des Buches fand ich so wunderbar magisch wie zuvor. Ob das nur an mir liegt?
Denn schlecht ist "Blue Lily, Lily Blue" trotzdem keinesfalls! Es war wie immer ein Vergnügen mit Blue und ihren "Raven Boys" umher zu ziehen um nach Glendower zu suchen.Vor allem, weil man die Truppe einfach mögen muss, man Teil von ihr sein will. 

Blue was perfectly aware that it was possible to have a friendship that wasn't all-encompassing, that wasn't blinding, deafening, maddening, quickening. It was just that now  that she'd had this kind , she didn't want the other. (Blue Lily, Lily Blue, S. 103)

Oftmals ist die Geschichte so fesselnd, dass ich sie mit ihren beiden Vorgängern als gleichwertig eingestuft hätte. Die Spannung! Meine Güte, was das teilweise spannend und gruselig!  Manchmal aber dann eben nicht. 
Genau hier liegt mein Kritikpunkt. Die Geschichte ist genauso wie die ersten beiden Bände und gleichzeitig auch nicht. Das Buch ist kein unwichtiger Lückenfüller, weil zu viel passiert. Es passiert so viel, Maggie Stiefvater treibt die Suche nach Glendower ziemlich voran, und dennoch hatte ich das Gefühl auf der Stelle zu treten. Die Geschichte ist gruselig, fesselnd, witzig und im nächsten Moment wieder nicht. Hört sich nun vermutlich schlechter an, als es wirklich ist. Mir kam alles einfach nur nicht ganz komplett vor. 
Doch wenn ich auch manchmal nicht ganz zufrieden war, erkennt man am dritten Band die Originalität der Reihe fast am meisten, was nicht zuletzt an den teilweise unerwarteten Ereignissen des Buches liegt. Neue Bekanntschaften werden geschlossen und andere werden auf schockierende Weise aufgelöst.
Quelle
Ihren Charakteren bleibt Maggie Stiefvater natürlich treu und legt in "Blue Lily, Lily Blue" auf Grund vorheriger Handlung in "The Dream Thieves" das Augenmerk auf Adam.

 Beside her, Adam was once again retreating inside himself, most interested, as always, in the thing  that remained unknowable to him: his own mind. (Blue Lily, Lily Blue, S. 3)

Allerdings steht er nicht so sehr im Mittelpunkt wie Ronan in Band zwei und lässt somit den anderen genügend Spielraum.
Langsam, aber sicher lässt sich erkennen, dass sich die Suche nach dem schlafenden König dem Ende entgegenneigt. Welchem ist noch unklar. Dazu lässt "Blue Lily, Lily Blue" zu viele Fragen offen und Stiefvater zu viele Dinge geschehen, die den Leser über den Ausgang des ganzen Abenteuers im Ungewissen lassen. Was habe ich mitgefiebert und gelitten!

Jedoch will ich an das Ende der Reihe sowieso nicht denken. Dafür ist es viel zu schön mit den "Raven Boys" in mysteriösen Orten und dem heimeligen Örtchen Henrietta herumzustreifen, dabei auf Leute wie Mr. Gray, oder Blues Familie zu treffen und sich vom Drumherum berieseln zu lassen.


Mein großer Fehler war wahrscheinlich, dass meine Erwartungen durch die beiden ersten Bücher ziemlich hochgeschraubt waren. Denn wie gesagt: das Buch ist trotzdem gut. Eben nur nicht ganz so gut wie "The Raven Boys" und "The Dream Thieves".

Kommentare:

  1. Ich glaube, dass dies das Problem jeder längeren Reihe ist, die nicht eine volle Geschichte im ersten Band enthältst. In der Raven Cycle Reihe, sowie in den Lunar Chronicles, passiert die ganze Story über vier Bände lang und irgendwann ist einfach irgendwie die Puste raus. Deswegen sind drei (wie in Blue Lily, Lily Blue oftmals betont) Bände, die perfekte Nummer für eine alle-Bände-1-Story-Reihe. (Als krasses Gegenteil für eine Jeder-Band-1-Story-Reihe: Harry Potter). Ich kann absolut nachvollziehen, was du da beschreibst, obwohl ich natürlich immer noch einfach nur begeistert bin, dass es endlich weiterging :D Blue Lily, Lily Blue war auch wirklich wirklich gut, nur eben keine Offenbarung mehr.

    Liebe Grüße,
    Susanne

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    1. Das kann gut sein. Ganz so, als ob sich der normalerweise immer etwas schlechtere zweite Band auf den dritten verschiebt xD Offenbarungen gab's wirklich nicht so viele, dafür aber ziemlich interessante Wendungen! Bin schon sehr gespannt, wie das alles noch enden wird.

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  2. Wow, hier hört es sich ja echt danach an, als würde die Autorin im dritten Band ordentlich Gas geben! Das war ja das, was mich zuvor immer gestört hatte. Zu viel Geplauder, zu viel nur auf Charaktere und zu wenig Handlung. Wenn ich mir deine Rezi jetzt anschaue, könnte es mir mehr gefallen ;P Aber da muss ich noch durch Band 2 durch und ich weiß einfach nicht, ob sich das lohnt. Ich hatte in letzter Zeit einfach zu viele Bücher, die mich nicht richtig fesseln konnten :(

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    1. Oh ja, was die Suche angeht tritt die gute Frau tiefvater ihren Charakteren heftig in den Hintern. Die Wichtigkeit der Charaktere fand ich eigentlich immer sehr schön, aber das ist glaube ich wirklich Geschmackssache und kommt auch oft auf das Buch an. Bei dieser Reihe gefällt mir das z.B.. Bei "Since You've Been Gone" dagegen, hat mich das eher gestört.
      Das kenn ich :/ Dann lese ich immer "Harry Potter" ;DD Zurzeit siehts bei mir mit dem lesen auch eher mau aus und ich kann mich nicht wirklich dazu aufraffen, weshalb ich irgendwie nur Anime gucke x)
      Nicht einmal zum bloggen hab ich Lust -,-

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  3. Mir ging es ganz genauso! Irgendwie alles nicht schlecht, aber irgendwie auch etwas schleppend, vor allem die ersten 150 Seiten fand ich eher mau. Am Ende geht es ja ziemlich heiß her und es passieren viele schockierende Dinge. Mir war es auch ein wenig zu viel Greenmantle, den hätte ich nicht so detailiert gebraucht.

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    1. Fand ich auch! Und ohne Piper wäre ich ebenfalls gut ausgekommen, aber die spielt ja jetzt anscheinend doch noch eine wichtigere Rolle.
      Bei mir lag das wirklich an den Erwartungen und meiner großen Vorfreude, da ist eine kleine Enttäuschung fast nicht zu vermeiden :/

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    2. Hmm, ich war gar nicht mehr so vorfreudig. Also die ganze Zeit davor schon, aber als ich es dann hatte, war ich nicht so megahibbelig wie bei manch anderen Büchern. Na ja, schlecht war's ja trotzdem nicht und ich bin gespannt wie sich dann alles auflösen wird :0

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