Feuer und Wasser

Das Gleichgewicht von Feuer und Wasser ist zerstört und damit der Frieden verwirkt  
(Der Pakt, S. 122)

Klappentext

"Venedig im Jahr 1509: Ein machtvolles Glasartefakt und die letzte Erinnerung an einen verschwundenen Vater … Eine uralte Fehde zweier verfeindeter Völker … Und ein Mädchen, das nicht ahnt, dass es den Schlüssel zur Rettung Venedigs in seinen Händen hält …(Goodreads) ”
Mit dem Reihenauftakt "Feuer & Glas - Der Pakt", schickt Brigitte Riebe den Leser auf eine Reise nach Venedig, 1509.
Die Stadt befindet sich in einer misslichen Lage. Vom Papst gebannt, von der Liga von Cambrai bedroht, herrscht auch unter den dort heimischen Wasser- und Feuerleuten Krieg. Denn der Pakt zwischen beiden Völkern muss erneuert werden.
Protagonistin Milla ist mit ihrem feuerroten Haar und hitzigem Temperament eindeutig den Feuerleuten zuzuordnen. Schließlich ist auch der als Feuerkopf bekannte, jedoch schon seit Jahren spurlos verschwundene Leandro ihr Vater. Von ihrem männlichen Gegenstück, dem Gondoliere Luca, ist das Mädchen vom ersten Blick an verzaubert - insofern sich der Hitzkopf das eingestehen würde.
Millas Charakter ihrem Element zuzuordnen, ist eine ausgesprochen gute Idee, nur leider nicht ganz in diesem Maße umgesetzt. Sie ist viel zu aufbrausend und unbedacht um realistisch zu wirken. Schlussfolgerungen scheint sie liebend gerne zu ziehen, ohne sich überhaupt über etwas oder jemanden Gedanken zu machen.
Ein gutes Beispiel dafür ist Alisar, die nichts, aber auch wirklich nichts Falsches, oder Beleidigendes macht - außer vielleicht schön auszusehen - und schon entwickelt Milla Einstellungen wie:

Was nahm sie sich heraus, sie derart unverholen anzustarren! Lag es daran, dass die Fremde sich überlegen fühlte, weil sie so anmutig und unnahbar wirkte? (Der Pakt, S. 35)


Ihre Übertriebenheit verliert sie nur selten, wobei auch Dialoge gerne unter dramatischem Rufen stattfinden. Ansonsten liest sich Riebes Stil sehr angenehm. Verzaubert taucht man in das von ihr fast schon märchenhaft beschriebene Venedig ein und fühlt sich gut dorthin versetzt.

Das Grau war verschwunden. Wie ein Feuerschweif zogen leuchtendes Rosa, Rot und Gold über den Horizont. Die Lagune schimmerte wie Seide, Grün und Blau blitzten auf, durchmischt mit Silber, untrennbar ineinander verwoben. (Der Pakt, S 130)

Während sich die Geschichte sehr spannend hält, kommt immer wieder ein kleiner Störfaktor hinzu. Beziehungen, die Milla zu anderen Personen, unter anderem Luca, oder zu bestimmten Orten knüpft sind ziemlich unnachvollziehbar. Vor allem aber stehen sie viel zu schnell auf dem Plan.
 Dass der Rest der auftretenden Personen in Millas Schatten steht, macht der Autorin in dieser Situation keinen großen Gefallen. Über Luca und seine Leute, oder auch Millas Mutter und ihrer Tante verfährt man nicht viel. Da bleibt für Band 2 "Feuer & Glas - Die Verschwörung" noch einiges an Luft.  


 "Feuer und Glas - der Pakt" wurde von Brigitte Riebe verfasst und bei Heyne als Hardcover veröffentlicht. Freuen kann man sich dabei auf 384 Seiten. Erhältlich ist die Ausgabe für 16.99€.

Kommentare:

  1. Hey :)
    Das Buch habe ich irgendwann auch mal angefangen zu lesen, aber ich konnte es einfach nicht beenden.
    Dabei habe ich es wirklich versucht, nur ging es eben nicht ;)
    Die Idee hingegen finde ich sehr interessant!

    Liebe Grüße und tolle Rezi :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da kann ich dich schon verstehen!
      Ich hatte die Geschichte nochmal gelesen, und beim ersten mal gefiel sie mir deutlich besser. Aber da war ich auch noch jünger, und mein Geschmack hat sich seitdem ziemlich verändert.

      Löschen
  2. Ging mir auch so, dass ich es vielleicht sogar noch durchwachsener fand. Ich liebe ja Venedig als Setting und z.B. in "Die Schattenträumerin" ist es einfach nur wunderschön gemacht. Hier war mir aber zu wenig Charaktertiefe, zu wenig überraschende Handlung und zu wenig ausnutzen des echt tollen Settings. Für mich warens 3 solide Sterne und eine weitere Reihe, die ich leider abgebrochen hab.

    Wirst du weiterlesen?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für den Tipp "Die Schattenträumerin". Das Buch kannte ich noch nicht, aber auf Romane in Venedig bin ich immer aus :)
      Ja, den Folgeband habe ich gestern beendet. Konstantinopel ist vom Setting her auch ne tolle Stadt und auch wenn Milla in der ersten Hälfte des Buches eine ziemliche Witzfigur war, so ändert sie sich zum Ende hin gewaltig. Aber mehr als 3 Sterne sind's trotzdem nicht geworden. Und sollte noch ein 3. Band erscheinen, bin ich mir nicht sicher, ob ich den lesen würde. Band 2 war nämlich eigentlich in sich abgeschlossen.

      Löschen