Die Wahrheit, wie Delly sie sieht

Die elfjährige Delly ist anders als andere Mädchen: neugierig, unerschrocken und erfinderisch – und sie liebt Überraschungen. Sie lässt Tiere frei, wenn sie ihr leidtun. Sie beleidigt andere, ohne es zu merken. Sie leiht sich Sachen aus, weil ein Abenteuer lockt. Und sie prügelt sich schon mal, falls ihr jemand widerspricht. Bis Ferris in die Klasse kommt. Ferris ist auch anders: Sie spricht nicht und will nicht berührt werden. Alle respektieren das, nur Delly will wissen, warum. Doch sie muss erst lernen, Ferris’ Schweigen in Vertrauen zu verwandeln, bis diese sich öffnet. Als es geschieht, ist es die größte Überraschung, die Delly je erlebt hat. Und der Beginn einer großen Freundschaft. via
Delly ist ein Protagonistin, die vielen Menschen als Paradebeispiel dienen könnte. Lebensfroh, quirlig, und durch und durch liebenswert, wie auch die Geschichte selbst es ist. Dass sich die Kleine vom Gewohnten abhebt, aber dennoch eine Sympathieträgerin bleibt, wird schon nach den ersten Sätzen ihrer Beschreibung klar.


Es braucht keine Seite und schon hat man das kleine Unschuldslamm, das in den Augen Erwachsener so unschuldig nicht ist, ins Herz geschlossen. Das Herrliche an der kleinen Protagonistin ist ihre absolute Ehrlichkeit, während das Schreckliche an der Geschichte deren brutale Wahrheit ausmacht. Denn logischerweise sieht Delly die Welt durch die Augen eines Kindes, sie sieht die Welt aus einem Blickwinkel, der sich einem oft mit der Zeit verschließt. Der Rotschopf macht eigentlich nur was er als lustig, oder gerecht empfindet, wobei ihm das Lächeln nie entgleitet. Sie ist genauso wenig auf den Mund gefallen, wie sie kuscht, wenn jemand sie ärgert. Das Problem: Niemand scheint sie je zu verstehen und bekommt das auch zu spüren, was eine Änderung für den kleinen Spatz zur Folge hat. 



Ab diesen Zeitpunkt kommt die Geschichte und Katherine Hannigans Talent solche zu erzählen erst richtig in Fahrt. Eine rasante Achterbahnfahrt mit emotionalen Hoch- und Tiefpunkten, die die Lachmuskeln trainieren, oder den Taschentuchvorrat verringern. Denn nun kommt neben Dellys Bruder RB auch Ferris ins Spiel. Während RB ebenso lebensfroh ist wie seine Schwester, redet Ferris nicht. Kein Wort. Sie lässt sich nicht berühren und zuckt zusammen, wenn man schreit. 
Doch Delly wäre nicht Delly, wenn das für sie ein Problem darstellen soll. Die beiden, bzw. die drei, werden trotz anfänglicher Schwierigkeiten Freunde, wie man sie selbst gerne haben würde. Drei Kambumpels eben, wie die Heldin es beschreiben würde. 

Was ein Kambumpel ist? Die höchste Form an Kumpelschaft eben, denn Hannigan hat mit Dellys Neologismen bewiesen, dass sie gerne mit Wörtern spielt, was dem Buch einen besonderen und zugleich äußerst originellen Touch verleiht. 
Nichtsdestotrotz war der eigentliche Höhepunkt der Geschichte die Verwebung wichtiger Themen ineinander. Freundschaft existiert leider genauso wie Misshandlung und alle Kinder wie Ferris haben lang genug geschwiegen.  

Diese herzerwärmende Geschichte soll man sich auf keinen Fall entgehen lassen und sei es nur wegen dem außergewöhnlichen Schreibstil der Autorin. 

3 Kommentare:

  1. Nun hast du mir richtig Lust darauf gemacht. Wir haben es bei uns im Laden als Leseexemplar zu stehen und ich werde es mir für den Februar nun fest vornehmen.
    Danke dafür ;)

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  2. Ah, das freut mich :) Die Geschichte ist wirklich süß, und ich hoffe, dass es dir gefallen wird!

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  3. Ich hab die Leseprobe gelesen, war aber irgendwie nicht so meins. Aber deine Rezension ist sehr schön :)
    Ich habe dich hier getaggt und würde mich freuen, wenn du mitmachen willst.

    Liebe Grüße
    Krypta :-)

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